Deutsche stürmt das Abendgebet des Papstes und fleht ihn an, Stierkämpfe zu verurteilen

Am 25. Januar störten PETA-Mitarbeiterinnen den Gottesdienst von Papst Franziskus, damit dieser Stierkämpfe im Namen der Kirche verurteilt.

31.Jan 2024

Am 25. Januar 2024 unterbrachen Tierschützer:innen, darunter Mitarbeiterinnen von PETA Deutschland und PETA UK, einen Gebetsgottesdienst in der Basilika St. Paul vor den Mauern in Rom, an dem auch Papst Franziskus teilnahm. Auf ihren T-Shirts prangte die Botschaft „Stop Blessing Corridas“, auf Deutsch: „Stoppt die Segnung der Stierkämpfe“, während sie vom Papst forderten, die Verbindungen der katholischen Kirche zum Stierkampf zu kappen und die blutige Tierquälerei stattdessen zu verurteilen.

Tierschützer:innen unterbrechen Abendgebet und kritisieren Haltung der Kirche zum Stierkampf

Während des Abendgebets am 25. Januar stürmten zwei PETA-Mitarbeiterinnen in derBasilika St. Paul vor den Mauern in Rom mit Plakaten durch die Kirche. Sie unterbrachen das Gebet des Papstes, weil weltweit jährlich Zehntausende Stiere bei tierquälerischen Stierkämpfen getötet werden – oft zu Ehren katholischer Heiliger oder zu heiligen christlichen Festen.

Da diese grausamen Veranstaltungen häufig zu Ehren katholischer Heiliger oder während heiliger christlicher Feste stattfinden, ist es erforderlich, dass die katholische Kirche diese qualvolle Tötung von Tieren klar verurteilt.


„Die Bibel fordert uns auf, allen Geschöpfen Gottes Barmherzigkeit zu erweisen, und dennoch werden Stiere in Stierkämpfen, die von katholischen Priestern gesegnet werden, vor einer johlenden Menge gequält, erstochen und getötet. PETA fordert Papst Franziskus auf, die abscheuliche Stierkampfindustrie zu verurteilen und die Verbindungen der Kirche zu diesen blutigen, gnadenlosen Spektakeln zu kappen.“

Mimi Bekhechi, PETA-Vizepräsidentin für Großbritannien und Europa

Zehntausende Stiere werden bei unfairen „Kämpfen“ gequält und getötet

Obwohl immer mehr Länder Stierkämpfe verbieten, bei denen die Tiere keine Chance gegen die Toreros haben, sterben bis heute Zehntausende Stiere qualvoll: Bei diesen Veranstaltungen treiben Toreros auf Pferden den Stier durch die Arena, während sie ihn mit Lanzen in Rücken und Nacken stechen. Anschließend rammen andere Teilnehmende dem Tier lange Widerhaken, sogenannte Banderillas, in den Rücken, die ihm Schmerzen zufügen, wenn es den Kopf dreht und seine Bewegungsfreiheit einschränken.

Sobald der Stier schließlich durch den Blutverlust geschwächt ist, erscheint ein Matador bzw. eine Matadorin und versucht, den Stier zu töten, indem ihm ein Schwert in die Lunge gestoßen wird oder, falls dies nicht gelingt, sein Rückenmark mit einem Messer durchtrennt wird. Die Stiere können gelähmt, aber noch bei Bewusstsein sein, wenn die Matador:innen ihnen als Trophäe die Ohren oder den Schwanz abschneiden und ihre Körper aus der Arena schleifen. Auch die Pferde werden dabei oft schwer verletzt.

Scheinheilig: Kirche spricht sich eigentlich gegen tierquälerischen Stierkampf aus – doch Realität sieht anders aus

Papst Franziskus schrieb in seiner Enzyklika LAUDATO SI’, dass „jeder Akt der Grausamkeit gegenüber jeder Kreatur ‚gegen die Menschenwürde‘ ist“, und bereits im 16. Jahrhundert verbot der inzwischen heiliggesprochene Papst Pius V. den Stierkampf, den er als „grausames und niederträchtiges Spektakel des Teufels und nicht des Menschen bezeichnete, das der „christlichen Frömmigkeit und Nächstenliebe“ widerspricht. Das Verbot untersagt Priestern und anderen Geistlichen die Teilnahme an Stierkämpfen und verbietet, dass die Veranstaltungen an religiösen Feiertagen stattfinden.

Obwohl dieses päpstliche Wort technisch gesehen weiterhin Gültigkeit hat, fördert das Schweigen der katholischen Kirche zu dem gewaltsamen Missbrauch der Stiere weiterhin extreme Tierquälerei, die oft im Namen katholischer Heiliger stattfindet.

Einige der Stierkampfveranstaltungen werden sogar während des christlichen Osterfestes abgehalten, dem wichtigsten Feiertag im christlichen Kalender. Zahlreiche Kapellen befinden sich neben den Stierkampfarenen, die als „Orte der Grausamkeit“ gelten, und römisch-katholische Priester übernehmen oft die Rolle offizieller Seelsorger für die Matadore und Matadorinnen.

Das Schweigen der Kirche hat zur Fortsetzung dieser grausamen Praktiken beigetragen.

Fordert Papst Franziskus auf, die Gewalt gegenüber Stieren im Namen der Kirche zu verurteilen

Bitte unterschreibt die Petition an Papst Franziskus, das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, und fordert ihn auf, die Grausamkeit der Stierkampfspektakel im Namen der Kirche anzuprangern.